Was tun mit Braunbär Bruno?

Ein ungewöhnlicher Vorschlag zur bayerisch-italienischen Verständigung 

Auch nach seinem unfreiwilligen Ableben sorgt Bruno weiter für Schlagzeilen und Verwicklungen. Sowohl Italien als auch Bayern erheben Ansprüche auf die sterblichen Überreste des Bären, die in einer bayerischen Kühltruhe lagern. Zwar wurde Bruno in Bayern erlegt, doch sein Leben verdankte der Bär einem kostspieligen Wiederansiedlungsprogramm für die italienischen Alpen. Neuesten Presseberichten zufolge ist nun geplant, den Bären in Bayern zu behalten und dort ausgestopft zur Schau zu stellen. Die Umsetzung dieses Vorhabens dürfte dem bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf erneut Ärger mit den in Italien zuständigen Stellen einbringen. 

Gibt es dabei keine Möglichkeit die Gemüter zu besänftigen? Die Antwort findet sich im Kochbuch meiner Oma. Sie lautet: Bärenbraten, Bärentatzen und Bärenschinken. Was liegt näher als die italienischen Verantwortlichen nach Bayern zu einer zünftigen Mahlzeit mit Bär Bruno als Hauptgang einzuladen. Da es sich bei den Italienern in der Regel um Feinschmecker handelt, werden Sie die Einladung kaum ablehnen.

Die Vordertatzen der Bären wurden von unseren Vorfahren besonders geschätzt. Das Rezept aus dem Kochbuch meiner Oma lautet wie folgt:

Man bereite einen Sud aus Essig, Pfefferkörnern, Nelken, Lorbeerblättern und Wacholderbeeren und übergieße die Bärentatzen mit dem kochenden Sude. Man lasse die Tatzen zwei bis drei Tage in dem Sude ziehen. Möhren und Sellerie würfele man klein und gebe das Gemüse zusammen mit ebenfalls kleingeschnittenem Räucherspeck in einen Bratentopf. Man gieße etwas von dem Sude an und gebe die Bärentatzen hinzu. Auf kleiner Flamme lasse man die Bärentatzen einige Stunden im geschlossenen Topfe vor sich hin köcheln bis sie weich sind. Anschließend teile man die Bärentatzen in portionsgerechte Stücke, würze diese mit Salz und Pfeffer, wende sie erst in flüssiger Butter und dann in Weckmehl und bräune sie hierauf auf einem Bratroste von allen Seiten. Man reiche die Bärentatzen zusammen mit Petersilienkartoffeln und Frankfurter Grüner Sauce.

Nach einem solch außerwöhnlichen Mahl dürfte der bayerisch-italienischen Völkerverständigung sicher nichts mehr im Wege stehen.

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